Ausstellung: 

Lehrer, Schüler, Freund, Kollege
Ludwig Meidner und Jörg von Kitta-Kittel
Malerei, Zeichnung, Fotografie
 

14. August bis 24. September 2016  

"......In Marxheim und Darmstadt erhielt von 1958­ - 65 der junge Jörg von Kitta-Kittel in einer engen Meis­ter­Schüler­Beziehung seine künstlerische Ausbildung. Unsere Ausstellung spannt einen Bogen vom Beginn des letzten Jahr­hunderts bis in die unmittelbare Gegen-­ wart. Zu sehen sind Arbeiten von Ludwig Meidner von 1906 bis zu seinem Tod 1966 und Arbeiten seines Meisterschülers Jörg von Kitta­-Kittel, von 1958 bis heute. Das Zentrum der Ausstellung bildet die malerische und zeichnerische Arbeit im gemeinsamen Atelier in Marxheim und Darmstadt. In einer produktiven Arbeitsge­meinschaft entstanden zahlreiche gegen­seitige Porträts aber auch Landschaften und Stillleben..." 
 Galerie Netuschil Schleiermacherstraße 8, 64283 Darmstadt, Tel. 06151 24939,

info@galerie-netuschil.net www.galerie-netuschil.net, Geöffnet: Di-Fr 14.30-19.00, Sa 10.00-14.00 Uhr 


Anlässlich des 50. Todesjahres von Ludwig Meidner

finden mehrere Ausstellungen und Veranstaltungen statt.

Näheres finden Sie hier: 

"Gemeinschaftsprojekt im 50. Todesjahr des Künstlers 2016" 


 

Ausstellung: "Frühling in Spreewiese"
Bilder von Jörg von Kitta-Kittel im 

Schloss Spreewiese, Schlossweg 1,
02694 Spreewiese-Großdubrau 

 

Eine Zusammenarbeit mit der
Galerie Margareta Friesen, Basteistrasse 3, 01277 Dresden


In der Ausstellung im Kuhstall im Schloss Spreewiese wird  „ein einmaliges Experiment gewagt und in dem ehemaligen, denkmalgeschützten Kuhstall von Schloss Spreewiese eine Ausstellung mit Bildern von Jörg von Kitta-Kittel inszeniert. Es ist eine Ausstellung ganz besonderer Art, weil in diesem Stallgebäude, das über 100 m lang ist, eine Auswahl von hervorragenden, großformatigen Malereien des Künstlers aus den letzten 30 Jahren neben den dort gelagerten Gerätschaften und Holz gezeigt wird.“ 


Ausstellung: “menschen-himmel-landschaft”

mit Bildern aus den letzten Jahren von Jörg von Kitta-Kittel

Eröffnung: Donnerstag, den 2. Juli 2015 

Ort: Oberfinanzdirektion Frankfurt, Main Triangel, Zum Gottschalkhof 3, 60594 Frankfurt    

 

Pressetext

Farbenrausch in der Oberfinanzdirektion 

Jörg von Kitta Kittel: ein leidenschaftlicher Frankfurter Maler

 

Die Oberfinanzdirektion Frankfurt a. M. zeigt in ihren Ausstellungsräumen im Parterre des Hauptgebäudes ab dem 2. Juli 2015  einen Überblick an Bildern des Frankfurter Malers Jörg von Kitta-Kittel, der in diesem Jahr 75 Jahre alt wird.

Der 1940 in Berlin geborene Maler war in den Jahren 1958-65 Meisterschüler von Ludwig Meidner (1884-1966) in Hofheim/Taunus und in Darmstadt. Meidner, der durch Vermittlung der Malerin und Kunsthändlerin Hanna Bekker vom Rath aus dem englischen Exil nach Frankfurt zurückgekommen war, lebte zurückgezogen in Hofheim/Taunus und nahm 1958 den 17jährigen Schüler auf. Die Prägung durch den großen Expressionisten Meidner zeigt sich in ganz eigenständiger Weise im Werk von Kitta-Kittel. Er lebt und arbeitet seit 1980 in Frankfurt a. M. Seit seiner Kindheit, als er nur zeichnend den Schulalltag bewältigte, hat er sich bis heute, man kann es nicht anders sagen, mit Haut und Haaren der Malerei verschrieben. Er sagte einmal: „Eines Tages trinke ich noch die Farbe!“ Diese Hingabe an die Malerei ist wahrhaft einzigartig, besonders heute, da viele Künstler sich in Zynismus und Beliebigkeiten verlieren.

Ein Ausschnitt aus seinem Schaffen mit Acrylmalerei auf vornehmlich großen Leinwänden, die durch ihre überzeugend komponierte Farbigkeit und eine beinahe abstrakte Formgestaltung im Sinne der Expressiven besticht, wird nun in der Oberfinanzdirektion präsentiert. 

Dr. Margareta Noeske


 

Dr. Roland Held:

Jörg von Kitta-Kittel

Zwischen Weihnachtsbaum und Fliegenpilz,
in: palette & zeichenstift, Ausgabe 4/2014 Nr.114, 22.Jahrgang.

 

 

Wer wollte es jemandem übelnehmen, wenn seine erste Reaktion bei der Begegnung mit Jörg von Kitta-Kittels Malerei lautet: "Ist das wirklich ernst gemeint?" Jede Menge Strichmännchen und -weibchen rennen, zappeln, gestikulieren, üben sich in akrobatischen Verrenkungen auf den Leinwänden, vor allem jedoch auf den Arbeiten auf Papier.

 

Aber was für Exemplare! Leiber, Köpfe, staksige Gliedmaßen bestehen aus mehrfach übereinander gelegten Strähnen unvermischter Farbe, flüssig genug, um jedem plötzlichen Impuls des Urhebers eilends zu gehorchen ...  weiter lesen in:

Palette & Zeichenstift, 22.Jahrgang; Ausgabe 4/2014; Nr. 114; S. 46 ff.

 


  

 

www.echo-online.de/region/bergstrasse/

bensheim/Bilder-wie-aus-dem-Maerchen; /

22. Februar 2013

 



Bilder wie aus dem Märchen


Der in Frankfurt lebende Künstler Jörg von Kitta-Kittel stellt derzeit in der BensheimerGalerie Böhler aus. Am Mittwoch wurde die Schau im Beisein des Künstlers eröffnet. Expressiv und farbgewaltig präsentierten sich die Bilder nicht nur in den Räumen der Galerie: Die zum Teil sehr großen Formate hatten auch die Buchhandlung im Erdgeschoss erobert. Anders als in der entrückten Atmosphäre des weißen, kubischen Raums, die dem Standard der modernen Galerie entspricht, integrieren sich die Kunstwerke bei Böhlers in die Wirklichkeit – ein gerade bei so ausdrucksstarken Bildern wie denen von Kitta-Kittel sehri nteressanter Vorgang. Die Bildwelt des 1940 geborenen Malers ist bestimmt von heftigen Gesten: von der Darstellung gestikulierender Menschen, vor allem aber von den Gesten des Malers bei der Arbeit, der beim Auftrag der aus Acryl und Pigmenten meist selbst gerührten Farben nicht zimperlich vorgeht. Oft malt er mit den Fingern. Die Motive der unter dem Titel „Märchenland“ präsentierten Ausstellung verweisen – wie etwa die zahlreichen Pilze und Monde – ins Poetische. Gleichwohl bieten die Bilder von Kitta-Kittel das Gegenteil einer verkitschten Märchenwelt. Und eigentlich sind die Titel auch nicht wichtig, wie der Künstler bei der Vernissage verriet. Die Namen der Bilder entstehen erst im Nachhinein. Für die Bilderfindung sind zuallererst die Formen wichtig. Ihnen spürt der Maler in seinen Skizzenbüchern nach. Einige Exemplare davon mit Tuschezeichnungen und Malereien sind in den Vitrinen verteilt und können auf Anfrage durchgeblättert werden.

 

Kitta-Kittel hat keine klassisch-akademische Ausbildung genossen, sondern er fand seinen Meister in Ludwig Meidner, einem Expressionisten, der in den 1950er Jahren aus dem englischen Exil nach Deutschland zurückgekehrt war. 1958, als Achtzehnjähriger, trat Kitta-Kittel in das Atelier Meidners, damals noch in Hofheim im Taunus, ein und blieb bei ihm fast bis zu dessen Tod in Darmstadt 1966. 


Das Format des Menschen ist sein Kopf

Dietrich Bühler (Zyma 1991)

 

Jede Ähnlichkeit zur Wirklichkeit ist rein zufällig. auch der Vergleich zwischen der wirklichen Freiheit des Menschen und der Freiheit, die er in Wirklichkeit hat, ist ebenso rein zufällig. Als Marionetten sind wir aktuell und öffentlich begehrt, für Kitta-Kittel expressiver Bestandteil maskenhafter Köpfe und skuriller Verrenkungen, aber von dennoch ungeheurer Anziehungskraft. 

Ist es eine andere Qualität, daß das Monstöse unserer Manipulation, die uns zeichnet und verzeichnet, vom Künstler in einem Code von drei Zahlen "formatiert" und bezeichnet werden kann: Format, Zeit und Kennziffer. War nie mehr Format, wer immer den Rahmen steckt, Zeit deren Herren wir lange nicht mehr sind, eine Kennzahl, daß man unser Elend auch nicht verwechsle.

 

Des Menschen Kopf ist entmystifiziert, sein gepflegter Leib kaschiert die Beschädigung. Erfühle und sichtbare Reduktion der Wirrnisse in den Schädeln. Aus diesen Ruinen von Realien erwächst keine Utopie mehr. die Gegen-Utopie, die wir glauben zu leben, hat ihren Sinn im Realen ohne Sinn. Das Leben als Anti-Leben, seine Begierden grotesk und häßlich. Aber das Groteske in der Wahrnehmung der eigenen Situation ist prägnanter, wenn sich die Formen der Entfremdung zeigen, es löst Prozesse der Vertiefung aus, erscheint uns nie als bild der Einbildung, sondern als etwas Wirkliches.

 

Seine Difformität des Physischen Aussehens ist Ausdruck aktueller Vorstellung und Idee des Menschen. Entfremdung ist ihr Material, das Häßliche hat Charakter, das Groteske in seiner Schönheit ist Ausdruck des Widerstandes, ist Verneinung des Subjekts gegen das von außen Aufgezwungene, und dieses Subjekt hat zum Häßlichen das gleiche Verhältnis wie zum Herrlichen. Häßlichkeit ist eine Kategorie des Protestes, um der verzerrten Vielheit des Wirklichen einen Namen zu geben. Zwischen der Verneinung in der Zuordnung zum Schönen und der Bejahung des Lebens im Häßlichen steht bei ihr das Utopische und Ästhetische.


Im Utopiecharakter liegt der Kernsatz des Menschen: Wohin wollen wie entkommen? Mit Namen und Bezeichnungen, Interpretationen und Gleichnissen? Seine Konditionen sind die Konditionen des Ästhetischen, sein Credo ist nicht die Frage seiner Realisierbarkeit, der Sinn liegt nur in der Wahrnehmung, es ist Wunsch, Ideal, weder wahr noch unwahr, es ist, was sein könnte:

Jede Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit ist rein zufällig.